Ereignisse

Das Heckrad verloren

Der Bomber mit dem Kennzeichen IY-E und dem Übernamen „Umbriaqgo/Freckles“ ist nach einem Einsatz über München in Dübendorf gelandet. Am 01.09.1945 nach Burtonwood zurück gekehrt.

Auf der Copilotenseite das lange Gesicht von Jimmy Durante auf der Maschine von Jay Ossiander. (289_2)

Auf der Copilotenseite das lange Gesicht von Jimmy Durante auf der Maschine von Jay Ossiander. (289_2)

Der Bomber der 8th Air Force, 401st Bomb Group mit dem Kennzeichen IY-E und dem Übernamen „Umbriago/Freckles“ ist nach einem Einsatz über München in Dübendorf gelandet und am 01.09.1945 nach Burtonwood überflogen worden. Die Maschine wurde von Pilot 2Lt Jay D. Ossiander geflogen und sein Bordmechaniker, SGT Penrose W. Reagan erinnert sich an die Mission: Unsere Fortress hatte zwei Namen, FRECKLES war ein Girl im Badeanzug vom Typ Rita Hayworth, während auf der anderen Seite das lange Gesicht von Jimmy Durante aufgemalt war. Die Probleme begannen bereits beim Start, als wir das Heckrad verloren. Schon bald begann Motor Nummer 2 Öl zu verlieren und Ossiander entschied sich zuerst das Ziel zu überfliegen und nachher die Bomben zu werfen, anstatt die Bomben abzuwerfen und das Ziel zu umfliegen.

Die "Umbriago/Freckles" wird für den Rückflug vorbereitet. (290_1)

Die „Umbriago/Freckles“ wird für den Rückflug vorbereitet. (290_1)

Der Propeller von Nummer 2 konnte nicht in Segelstellung gebracht werden. Nachdem alles Öl verloren war, drehte er frei und verursachte grosse Vibrationen. Über dem Ziel gerieten wir in schweres Flakfeuer und Motor Nummer 3 wurde getroffen. Wir warfen die Bomben ab und drehten nach links ab. In diesem Augenblick stiegen zwei Raketen an uns vorbei, die uns unweigerlich getroffen hätten, wenn wir nicht abgedreht wären. Rechts von uns explodierte eine B-17 und wir konnten keine Fallschirme sehen. Die Maschine war nicht aus unserer Bombergruppe und war ebenfalls ein „Bummler“ wie wir. Als Motor Nummer 3 ausstieg, konnte er ebenfalls nicht in Segelstellung gebracht werden, und die Vibrationen verstärkten sich entsprechend. Es bestand die Gefahr, dass Motor Nummer 1 und Nummer 4 überhitzten und wir mussten Leistung zurücknehmen. Wir verloren schnell Höhe und wussten, dass wir nicht mehr nach England zurückkehren konnten. So nahmen wir Kurs in die Schweiz.

FRECKLES war ein Girl im Badeanzug vom Typ Rita Hayworth. (290_2)

FRECKLES war ein Girl im Badeanzug vom Typ Rita Hayworth. (290_2)

Plötzlich schrie jemand: „Me-109 bei 9 Uhr“. Ich schwang mich in den oberen MG-Turm und richtete die Waffen auf den Feind. In diesem Augenblick drehte die äusserste Me-109 ihre Flügel in meine Richtung und ich konnte das Schweizer Kreuz sehen. Dann fuhr er sein Fahrwerk aus und zeigte uns damit, dass wir ihm folgen sollen. Bei der Landung in Dübendorf stellten wir dann fest, dass ein Hauptfahrwerk zerschossen war und das Heckrad bereits beim Start geplatzt war. Es war schwer, dass sich das Flugzeug nicht drehte oder überschlug, aber wir hatten es geschafft. Die Besatzung wurde über Nacht im Offiziers-Casino von Dübendorf einquartiert, wo Jay Ossiander die Flucht gelang. Als er in Bern auf den Zug nach Genf wartete, wurde er wieder aufgegriffen.

Auf der anderen Seite das lange Gesicht von Jimmy Durante. (290_3)

Auf der anderen Seite das lange Gesicht von Jimmy Durante. (290_3)


Ereignissdatum 31.7.1944
Ort Dübendorf
Kanton ZH
Ereignis Landung
Nation Amerika
Flugzeugart Bomber
Flugzeugtyp B-17 Flying Fortress
Flugzeugbezeichnung B-17 G-35-DL
Flugzeug-Spitzname Umbriago/Freckles
Einteilung 8th Air Force, 401st Bomb Group, 615th Squadron
Basis Deenthorpe (GB)
Auftrag Bombardierung
Einsatzziel München (D)
Rückkehr 01.09.1945 Rückkehr nach Burtonwood (GB)
Werknummer 42-107092
Kennzeichen IY-E
CH Archiv Nr. A125
US MACR Nr. 7825
Besatzung Pilot: Jay D. Ossiander, 2nd Lt
Copilot: Roy D. Cooper, 2nd Lt
Navigator: Dominick J. Manolio, F/O
Bombardier: Donald E. Rouse, Sgt
Engineer: Penrose W. Reagan, S/Sgt
Radio: Walter E. Engler, S/Sgt
Ball Turret: Ancil L. Anderson, Sgt
Waist Gunner: George W. Clark, Sgt
Tail Gunner: Thomas R. Higdon, Sgt
Quelle Cockpit
Autor Hans-Heiri Stapfer