Ereignisse

Fluchtpläne ausgeführt

Die Maschine mit dem Kennzeichen L5+AB diente drei Ungaren zur Flucht nach Payerne. Das Flugzeug wurde durch die Schweizer Fliegertruppen übernommen. Am 15.01.1953 stürzte die Maschine mit dem Kennzeichen A-217 bei Brienz ab.

Die Taifun kurz nach der Landung in Payerne. (421_1)

Die Taifun kurz nach der Landung in Payerne. (421_1)

Am 20. April 1945 gelang einer weiteren ungarischen Besatzung mit einer Bf 108B-1 Taifun die Flucht in die Schweiz. Diese Maschine wurde 1938 in den Messerschmitt-Werken in Regensburg hergestellt und mit den Stammkennzeichen DC+NG an die Luftwaffe übergeben. Am Ende seiner Karriere wurde dieser Veteran dem 101.Vadaszezred (Jagdgeschwader) in der III. Osztaly (Gruppe) als Kuriermaschine zugeteilt. Erstmals tauchte die Bf 108B-1 mit der Werknummer 1691 am 10. April 1945 im Bestand dieser in Raffelding stationierten Einheit auf. Sie besass die Gruppenkennzeichen L5+AB. Obwohl in ungarischen Diensten, behielt sie die deutschen Hoheitszeichen bei.In den letzten Kriegswochen verzichteten die Ungaren darauf, an den von den Deutschen übernommenen Maschinen noch ungarische Kennzeichen aufzumalen. In einigen Fällen wurde das Hakenkreuz durch ein rot-weiss-grünes Band ersetzt. Auch die meisten Messerschmitt Bf 109G-10 und G-14 der 101.Vadaszezred, besassen praktisch durchwegs deutsche Kennzeichen. Gelegentlich traten deutsche Fliegerverbände ihre Maschinen im Austausch gegen Zigaretten oder Lebensmittel an die Ungaren ab.

Im Gegensatz zu den in der Schweiz verwendeten Taifun verfügte die L5+AB über einen Festpropeller. Der eingedrückte Flügelrandbogen schien keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Flugeigenschaften gehabt zu haben. (422_1)

Im Gegensatz zu den in der Schweiz verwendeten Taifun verfügte die L5+AB über einen Festpropeller. Der eingedrückte Flügelrandbogen schien keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Flugeigenschaften gehabt zu haben. (422_1)

Im österreichischen Raffelding schmiedeten einige Piloten Pläne, mit ihren Maschinen in die Schweiz zu fliegen, um so den sinnlos gewordenen Krieg zu beenden, da die Heimat ja schon von der Roten Armee überrollt worden war. Dieses Vorhaben wurde aber zunichte gemacht, als man einen Teil des fliegenden Personals zur Schlachtfliegerausbildung nach Pocking schicken wollte. Lt. Gyula Nagy und Unteroffizier Imre Sintra fassten nun den Entschluss, allein in die Schweiz zu fliegen. Einige Bf 108 Taifun standen mit leeren Tanks auf dem Platz herum. Den beiden gelang es, in vier Nächten genug Treibstoff zu organisieren, um eine der beiden Maschinen aufzutanken. Kurz vor dem Start stieg auch Lt. Nagys Frau Hedwig zu. Der Flug in die rettende Schweiz gestaltete sich zusehends als Pokerspiel. Keiner der drei Insassen besass eine Uhr und auch der Benzinstandsanzeiger war defekt. Aus Furcht von amerikanischen Jägern angegriffen zu werden, flogen die Ungaren den grössten Teil der Strecke im Tiefflug. Über der Schweiz griffen unsere Jäger die Taifun auf und geleiteten sie nach Payerne, wo um 18.26 Uhr eine sanfte Landung erfolgte. Die drei Ungaren weilten nur kurze Zeit in der Schweiz. Ihr Verbleib ist immer noch unbekannt, aber in einem Fall führen Spuren nach Kanada. Der Veteran wurde anschliessend mit der Immatrikulation A-217 von der Fliegertruppe übernommen. Die Bf 108 wurde hauptsächlich für Kurierflüge verwendet. Am 15. Januar 1953 stürzte die Maschine in der Nähe von Kielholz bei Brienz ab. Der Pilot kam dabei ums Leben.


Ereignissdatum 20.4.1945
Ort Payerne
Kanton VD
Ereignis Landung
Nation Deutschland
Flugzeugart Trainer
Flugzeugtyp Messerschmitt Bf 108 Taifun
Flugzeugbezeichnung Messerschmitt Bf 108 B-1
Einteilung Stab/KGr zb V 5
Basis Raffelding (A)
Rückkehr Übernahme durch die Schweiz
Werknummer 1691
Kennzeichen L5+AB
CH Archiv Nr. D051
Besatzung Pilot: Gyula Nagy, Leutnant und seine Ehefrau
Begleiter: Imre Simka, Unteroffizier
Quelle Fremde Flugzeuge in der Schweiz
Autor Theo Wilhelm