Ereignisse

Unkontrolliert abgestürzt

Der Bomber mit dem Kennzeichen PY-? ist nach einem Einsatz über Oberpfaffenhofen in Baltenswil abgestürzt und in der Schweiz verschrottet worden.

Von der B-17 blieben nur rauchende Trümmer übrig. (255_1)

Von der B-17 blieben nur rauchende Trümmer übrig. (255_1)

Der Bomber der 8th Air Force, 92nd Bomb Group mit dem Kennzeichen PY-? ist nach einem Einsatz über Oberpfaffenhofen in Baltenswil abgestürzt und in der Schweiz verschrottet worden. Der Einflug dieser B-17 endete bei Baltenswil mit dem Tod der gesamten Besatzung. Zwei Motoren wurden von deutschen Jägern zerschossen und wahrscheinlich hatte die Crew noch andere Probleme. Als die Maschine zum Landeanflug einschwenkte, schien es als würde sie plötzlich unkontrollierbar und stürzte bei Baltenswil ab. Am 27.April fand auf dem amerikanischen Friedhof in Münsingen die Trauerfeier für die Besatzung statt. Die NZZ berichtete am folgenden Tag: „Etwa um 13.50 Uhr überflog eine „Fliegende Festung“ den Flugplatz Dübendorf, wobei man an der rechten Tragfläche eine starke Rauchentwicklung wahrnehmen konnte. Möglicherweise fand der Bomber zu dieser Zeit keinen Platz, um auf dem Flugplatz niedergehen zu können, weshalb er seinen Flug fortsetzte und eine Schleife gegen Effretikon zog. Das Flugzeug verschwand hinter dem Gehölz und bald nachher konnte man aus dieser Richtung zwei starke Detonationen wahrnehmen.“

Beim Absturz fand die gesamte Besatzung den Tod. (255_2)

Beim Absturz fand die gesamte Besatzung den Tod. (255_2)

Ein Waldarbeiter, der etwa 50 Meter von der Absturzstelle Reisigwellen band, schildert den Absturz folgendermassen: Durch das stetige Surren und Brummen in der Luft aufmerksam gemacht, beobachtete ich die über mich hinwegfliegenden Flugzeuge. Plötzlich kam eine Fliegende Festung aus Richtung Effretikon in direkter Flugrichtung auf mich zugeflogen. Sie liess eine lange Rauchfahne hinter sich. Beim Herannahen sah ich deutlich, wie aus der rechten Tragfläche Flammen stachen. Beide Motoren der rechten Seite standen still. Dann gewahrte ich plötzlich eine hohe Stichflamme und darauf folgte eine sehr heftige Detonation. Das rechte Ende der Tragfläche stürzte brennend zu Boden und im gleichen Moment neigte sich das schwere Flugzeug nach links. In raschem Lauf flüchtete ich mich von meinem Arbeitsplatz, denn es schien, als wolle der Bomber direkt auf mich herabstürzen. Und wirklich, als ich eine erstbeste Deckung erreicht hatte, zitterte der Boden unter einem ohrenbetäubenden Getöse. Der Bomber hatte sich etwa 50 Meter von mir entfernt in den Waldboden eingegraben und warf eine Haushohe Rauchsäule gegen den Himmel. Dann zischten die Flammen heraus und fortwährend explodierte Munition. Als ich mich aus meiner Deckung hervorwagte, war nichts als ein riesiges Flammenmeer zu sehen.

Die Absturzstelle liegt nahe der heutigen Autobahn Zürich-St. Gallen. (256_1)

Die Absturzstelle liegt nahe der heutigen Autobahn Zürich-St. Gallen. (256_1)


Ereignissdatum 24.4.1944
Ort Baltenswil
Kanton ZH
Ereignis Absturz
Nation Amerika
Flugzeugart Bomber
Flugzeugtyp B-17 Flying Fortress
Flugzeugbezeichnung B-17 G-30-BO
Einteilung 8th Air Force, 92nd Bomb Group, 407th Squadron
Basis Podington (GB)
Auftrag Bombardierung
Einsatzziel Oberpfaffenhofen (D)
Rückkehr in der Schweiz verschrottet
Werknummer 42-31921
Kennzeichen PY-?
CH Archiv Nr. A054
US MACR Nr. 4148
Besatzung Pilot: James E. King, 2nd Lt, im Kampf gestorben
Copilot: Myron P. Snapp, 2nd Lt, im Kampf gestorben
Navigator: Ned E. Lewis, F/O, im Kampf gestorben
Bombardier: Martin J. Thomas, 2st Lt, im Kampf gestorben
Engineer: Raymond H. Hardy, Sgt, im Kampf gestorben
Radio: Urvin J. Laperriere, S/Sgt, im Kampf gestorben
Ball Turret: William H. Lowery, Sgt, im Kampf gestorben
Right Waist: Russel Harris, Sgt, im Kampf gestorben
Left Waist: Felix J. Scefonas, Sgt, im Kampf gestorben
Tail Gunner: Pasquale A. Calabrese, Sgt, im Kampf gestorben
Quelle Cockpit
Autor Hans-Heiri Stapfer