Ereignisse

Von Nachtjägern angegriffen

Der Bomber mit dem Kennzeichen SR-P war auf einem Flug nach Friedrichshafen von deutschen Nachtjägern angegriffen worden und beim Gräppelensee bei Alt St.Johann in der Luft explodiert du abgestürzt.

Die Teile des Bombers lagen über das ganze Wald und Weidlandgebiet oberhalb des Gräppelensees  verstreut. (111_1)

Die Teile des Bombers lagen über das ganze Wald und Weidlandgebiet oberhalb des Gräppelensees verstreut. (111_1)

Ein weiterer englischer Bomber stürzte in dieser Nacht im Toggenburg beim Gräppelensee ab. Die Schweizer Flab und ein deutscher Jäger hatten mit der gleichen Unerbittlichkeit versucht, ihn abzuschiessen. Wem das zweifelhafte Verdienst zukommt, ihn schliesslich vom Himmel geholt zu haben, ist nicht mehr genau zu bestimmen.

Ein Merlin Motor im Schnee. (111_2)

Ein Merlin Motor im Schnee. (111_2)“

Das Flugzeug hatte in der Luft zu brennen begonnen, worauf es explodierte und abstürzte. Vom Iltios aus, oberhalb von Unterwasser, war von einem Herrn Keller beobachtet worden wie die Maschine in Flammen der Erde entgegen stürzte. Gegen 1.15 Uhr war es während ca. 10 Sekunden sehr hell geworden. Der Suchtrupp der Unterwasser Polizei brach sofort auf. Am Wald- und Weidlandhang, nördlich vom Gräppelensee, lag der Lancaster-Bomber in mehrere Stücke auseinandergerissen, teils brennend am Boden.

Tief haben sich die Teile der Lancaster in den Boden gegraben. (112_1)

Tief haben sich die Teile der Lancaster in den Boden gegraben. (112_1)

Das Besatzungsmitglied Hubert Samuel Prowse, geboren am 11. Dezember 1924, Kanadier, konnte unter einer Tanne sitzend arretiert werden. Derselbe hatte sich eine Risswunde am Kopf zugezogen, welche notverbunden wurde. Das Besatzungsmitglied Ronald Kenneth Bridge, geboren am 12. Dezember 1921, Engländer, wurde erst später in einem Alpstall entdeckt, auch er war verletzt. Von der achtköpfigen Besatzung konnten nur zwei Mann mit dem Fallschirm abspringen. Die übrigen sechs fanden den Tod und lagen unter den Trümmern. Einer der Flieger wurde furchtbar verstümmelt und eingeklemmt in der Flugzeugkabine gefunden. Ein weiterer lag ausserhalb der Trümmer, mit Fallschirm versehen, tot im Schnee.

...oder um Bäume gewickelt. (112_2)

…oder um Bäume gewickelt. (112_2)

Hintere Reihe: John R. Burton, Bertram B. Noble, Frank Bathmaker, Hubert S. Prowse, Vorne: Jack Gordon*, Ronald K. Bridges, William Anderson (* Jack Gordon wurde durch Oscar J. Albrecht ersetzt). (112_3)

Hintere Reihe: John R. Burton, Bertram B. Noble, Frank Bathmaker, Hubert S. Prowse, Vorne: Jack Gordon*, Ronald K. Bridges, William Anderson (* Jack Gordon wurde durch Oscar J. Albrecht ersetzt). (112_3)

Als achtes Crew-Mitglied wurde Sgt Maurice George Smith als Special Radio Operator mitgenommen. (112_4)

Als achtes Crew-Mitglied wurde Sgt Maurice George Smith als Special Radio Operator mitgenommen. (112_4)

Übersichtsplan der Absturzstelle bei Alt St. Johann. (113_1)

Übersichtsplan der Absturzstelle bei Alt St. Johann. (113_1)


Ereignissdatum 28.4.1944
Ereignisszeit 01.30
Ort Gräppelensee bei Alt St.Johann
Kanton SG
Ereignis Absturz
Nation England
Flugzeugart Bomber
Flugzeugtyp Avro Lancaster Mk.III
Flugzeugbezeichnung Avro Lancaster B.Mk.III
Einteilung 101 Squadron
Auftrag Bombardierung
Einsatzziel Friedrichshafen (D)
Werknummer LL750
Kennzeichen SR-P
CH Archiv Nr. E010
Besatzung Pilot: Bertram Bernard Noble, W/O, im Kampf gestorben
Navigator: John Raimond Burton, F/S, im Kampf gestorben
Bombardier: Hubert Samuel Prowse, F/O
Engineer: Ronald Kenneth Bridge, Sgt
Radio: William Anderson, Sgt, im Kampf gestorben
Gunner: Maurice George Smith, Sgt, im Kampf gestorben
Gunner: Frank Bathmaker, Sgt, im Kampf gestorben
ABCop: Oscar Jacob Albrecht, WO2, im Kampf gestorben
Quelle Fremde Flugzeuge in der Schweiz
Autor Theo Wilhelm